Seite auswählen

Wissen Sie, wie viel Zeit ein Besucher Ihrer Seite gibt, bevor er weiterklickt? Acht Sekunden – so sagen jedenfalls die „durchschnittlichen Befragten“ in diversen Untersuchungen. Wie lange braucht Ihre Startseite zum Laden? Zwingen Sie Ihren Besucher durch einen Flash-Tunnel oder erschlagen Sie ihn bereits auf der ersten Seite mit riesengroßen Bildern?

Dann müssen Sie schon eine Menge zu bieten haben, dass er Ihnen nicht abhanden kommt, bevor ihre ganze Seite überhaupt auf seinem Bildschirm ist. Aufwendige Intro-Seiten sind mittlerweile out. Man kommt heute gleich zur Sache und bietet bereits auf der ersten Seite Informationen.

Das können News sein oder auch Highlights aus Ihrem Programm. Gut: www.amazon.de.  Hier werden schon auf der ersten Seite einzelne Artikel vorgestellt, auf die die Besucher auch gerne klicken. Die Seite ist aufgeräumt und lädt schnell, der Text wird zusätzlich aufgelockert durch Info-Boxen. Lange Texte werden am Bildschirm nicht gern gelesen – kürzen Sie, soweit es geht, und bieten Sie längere Texte zum Download an.

Damit der Leser weiß, was er lädt, können Sie Auszüge aus dem Text als „Teaser“ auf die Seite stellen. Wenn Sie längere Texte anbieten, bieten Sie zusätzlich eine Druckversion. Und, Achtung: Texte innerhalb von Tabellen brauchen länger zum Laden als Texte außerhalb von Tabellen!

Wenn Sie schon eine große Grafik auf die erste Seite setzen müssen, arbeiten Sie mit dem Feature LOWSRC, das Ihnen die Möglichkeit gibt, eine größenreduzierte (am besten in Schwarzweiß gehaltene) Vorschaugrafik zu laden – leider wird das aber nur von Netscape unterstützt. Eine andere Möglichkeit ist, größere Bilder zu „slicen“, das heißt, sie in einzelne Quadrate zu unterteilen. Dafür gibt es eigene Tools.

 

So schön bunt hier!

 

Farben sind ein wichtiges Stilmittel. Sie helfen, die Corporate Identity eines Unternehmens auszudrücken, Akzente zu setzen und den Charakter einer Site zu formen. Bei aller Begeisterung – denken Sie bitte daran, dass der Besucher Ihrer Site in erster Linie an Informationen interessiert ist und die Texte lesen will!

Und seien Sie konsequent in der Anwendung Ihrer Farben – mischen Sie nicht Pastelltöne und Knallfarben. Berücksichtigen Sie auch, dass es immer noch Grafikkarten gibt, die nur 256 Farben darstellen können. Rote Schrift auf blauem Grund ist beispielsweise extrem augenunfreundlich.

Wenn Sie außerdem ein farbiges Bild als Hintergrund einsetzen, denken Sie daran, die Hintergrundfarbe der Seite auf die gleiche Farbe zu setzen und auf keinen Fall auf die gleiche Farbe wie der Text, sonst sieht Ihr Besucher gar nichts, bis das Hintergrundbild geladen ist.

Sowohl schwarze als auch weiße Hintergründe sind zwar weit verbreitet, aber nicht unbedingt die augenfreundlichste Lösung. Der Bildschirm ist ein selbstleuchtendes Medium, und Farben erscheinen viel intensiver als auf dem Papier. Der Kontrast schwarz auf weiß ist daher auf Dauer anstrengend für die Augen.

Besser: Pastelltöne, das Bild auflockern durch Kästen und andersfarbige Navigationsleisten. Blümchentapete Hintergrundgrafiken sind dann am effektivsten und besten, wenn sie nicht auffallen. Ihre Homepage ist keine Zimmerwand, die tapeziert oder gekachelt werden müsste.

Bedenken Sie auch, dass jede Hintergrundgrafik als „Tapete“ angezeigt wird – testen Sie unbedingt auch mit einer 1280-x-1024-Auflösung. Die Hintergrundgrafik sollte sich hier nicht wiederholen!

Bewegung: Wenn Sie Bewegung in Ihre Homepage bringen wollen, tun Sie das mit interessanten Inhalten – aber verzichten Sie auf zappelnde GIFs! Sparsam dosiert, können animierte GIFs ansprechend wirken, zum Beispiel eine sich gemächlich drehende Weltkugel, aber generell sollten Sie lieber darauf verzichten.

Bedienen Sie sich auch besser nicht bei den einschlägigen Freeware-Archiven. Zum einen langweilen Sie damit Ihren Besucher, der den tollen aufklappenden Briefkasten schon auf hundert anderen Sites gesehen hat, zum anderen riskieren Sie sogar eine Abmahnung von Unisys (Inhaber des LZW-Kompressionsverfahrens, das GIF-Grafiken zugrundeliegt), wenn Sie nicht nachweisen können, dass Sie Ihre GIF-Grafiken mit einer Software erstellt haben, deren Hersteller Lizenzgebühren an Unisys entrichtet hat (was bei Standardsoftware wie zum Beispiel Photoshop oder Paint Shop Pro der Fall ist).

Auch bei Hintergrundgrafiken sollten Sie selbst kreativ werden. Das gleiche gilt für die Verwendung von Designvorlagen. Frontpage-Templates sind schön und gut, aber der Profi erkennt sie auf den ersten Blick. Vor allem wenn Sie sich als Webdesigner einen Namen machen wollen, sollten Sie mit eigenen Designs werben und nicht auf fertige Vorlagen zurückgreifen.

 

Ja, wo laufen sie denn?

 

Java- oder Javascript-Laufschriften sollten Sie nur für wirklich wichtige Inhalte einsetzen, zum Beispiel brandaktuelle News oder Börsenticker. Und lassen Sie dem Besucher seine Statuszeile – Laufschriften in der Browserstatuszeile sind mega-out und unbeliebt, weil dieser Platz für andere Informationen reserviert ist, wie etwa die Anzeige von URLs, wenn die Maus sich über einen Link bewegt.

Banner-Overkill: Die meisten Besucher lieben Banner nicht sonderlich. Setzen Sie daher möglichst nicht mehr als ein Banner pro Seite ein, und überlegen Sie sich, ob das Banner wirklich animiert sein muss. Wenn das Banner den Besucher nicht verärgert, besteht eine größere Chance, dass er draufklickt. Reservieren Sie einen Bereich Ihrer Seite standardmäßig für Banner – und nur diesen.

So das wars für heute, nächstes mal sehen wir uns einmal das Frame Chaos an.